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Deshalb bleiben die Zinsen niedrig

Der Chefanalytiker von Danske Invest, Bo Bejstrup Christensen, erwartet, dass die Zinsen noch längere Zeit niedrig bleiben werden. Gleichwohl zögert er nicht, Anleihen für das Portfolio zu empfehlen.

Insgesamt gesehen gibt es drei Gründe für die äußerst niedrigen Zinsen in Europa. Diese drei Gründe sind zugleich die Erklärung dafür, warum die Zinsen auch noch für längere Zeit niedrig bleiben werden.
 
Nachdem sich das Wachstum in Europa einigermaßen erholt hatte, begann es sich im Laufe des Sommers 2014 wieder abzuschwächen. Diese Abschwächung hat zusammen mit dem zweiten Grund – fallenden Rohstoffpreisen – zu einer niedrigen Inflationsrate geführt. Daher steigen die Befürchtungen, dass ein längerer Zeitraum mit niedrigen Wachstums- und Inflationsraten bevorstehe. Und der dritte Grund ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf das geringe Wachstum und die niedrige Inflation durch Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert hat. Dabei ist zu bedenken, dass es Aufgabe der EZB ist, für eine Inflationsrate von 2 Prozent zu sorgen.
 
Die EZB hat sehr deutlich signalisiert, dass sie beabsichtigt, noch lange Zeit an der extrem lockeren Geldpolitik festzuhalten. Ganz konkret beabsichtigt die EZB, weiterhin die Geldpresse laufen zu lassen und bis Ende 2016 Anleihen aufzukaufen. Und falls es keine Anzeichen für ein Steigen der Inflationsrate gibt, wird die EZB auch danach weiterhin Anleihen aufkaufen.
 
Ein Anker für die niedrigen Zinsen

Das bedeutet, dass die EZB nun so etwas wie ein Anker für die Zinsen darstellt. Und aufgrund der Aussicht, dass die lockere Geldpolitik fortgesetzt wird, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass in den nächsten Jahren in Europa das Zinsniveau wesentlich steigen wird.

Falls wir Recht haben, geht die europäische Wirtschaft besseren Zeiten entgegen. Niedrigerer Ölpreis, schwächere Währung, gesünderes Bankensystem und lockere Geldpolitik bedeuten zusammengenommen unserer Einschätzung zufolge, dass in Europa das Wachstum zunehmen wird.

Wenn sich diese Erwartung erfüllt, werden die Zinsen nicht weiter fallen. Sie können sogar etwas steigen, da es weltweit immer besser geht. Doch der wesentliche Punkt ist, dass wir eine Zeit mit weiterhin niedrigen, allenfalls geringfügig höheren, Zinsen erwarten können.
 
Anleihen geben Sicherheit

Mit der Aussicht auf so niedrige Zinsen werden manche vielleicht fragen, ob man seine Investitionen in Anleihen nicht einfach aufgeben sollte.
 
Die Antwort ist ein klares Nein. Denn trotz der sehr niedrigen Zinsen und entsprechend niedrigen Renditen tragen Anleihen zur Diversifizierung im Portfolio von Investoren bei. Dies bedeutet unter anderem: Falls sich unsere Wachstumserwartungen nicht erfüllen und Europa stattdessen stagniert, so werden die traditionellen Anleihen gleichwohl noch gut dastehen und den Investoren Schutz gegen die Verluste bieten, die dann bei risikoreicheren Investitionen, wie beispielsweise Aktien, unvermeidlich sein werden.
Mit der Aussicht auf einigermaßen stabile Zinsen, etwas besseres Wachstum und eine lockere Geldpolitik sind Unternehmensanleihen eine interessante Alternative zu den traditionellen Staats- und Hypothekenanleihen. Für manche Investoren kann es außerdem sinnvoll sein, sich Anleihen aus neuen Märkten näher anzuschauen – doch dies hängt vom individuellen Risikoprofil des jeweiligen Investors ab.
 
Falls man als Investor Lust darauf und Platz im Portfolio hat, meinen wir weiterhin, dass jetzt ein attraktiver Zeitpunkt ist, verschiedene Risikoinvestitionen in Europa in Betracht zu ziehen, darunter selbstverständlich europäische Aktien. Doch prinzipiell geht es einfach darum, nicht alles auf eine Karte zu setzen.

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