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Schaffen es die dänischen Aktien erneut?

Portfoliomanager Jesper Neergaard Poll erklärt hier seine Erwartungen von den dänischen Aktien für 2016.

Im letzten Jahr übertrafen die dänischen Aktien die internationalen Aktienindices deutlich. Portfoliomanager Jesper Neergaard Poll erklärt hier seine Erwartungen für 2016.
 
31,5  Prozent. Das war die Rendite des dänischen C20 CAP-Indexes gemessen an Kurssteigerungen und Dividenden zusammen. Damit ließ der Index die großen internationalen Aktienmärkte weit hinter sich. So beendete etwa der DAX das Jahr mit einer Rendite von knapp zehn Prozent und der Dow Jones sogar nur mit einem Prozent.

Aber werden die dänischen Aktien es 2016 erneut schaffen?
Wir haben Jesper Neergaard Poll gefragt, der Portfoliomanager bei Danske Invest ist, und dort verantwortlich für Investitionen in dänische Aktien ist  und die dänische Abteilung von Danske Invest und Danske Invest Danmark Fokus leitet, die 2015 eine Rendite von 37 bzw. 41 Prozent erbrachten.

Seine klare Einschätzung ist: Nein. In diesem Jahr werden wir keine so große Rendite auf dem dänischen Aktienmarkt erleben.

„Doch damit ist nicht gesagt, dass wir 2016 von dänischen Aktien keine Rendite erwarten könnten – es wird lediglich weniger als 2015“, sagte Jesper Neergaard Poll, der für 2016 eine Steigerung des C20 CAP um etwa zehn Prozent für möglich hält.

Genauso wie 2015 rechnet er jedoch damit, dass die Abteilung von Danske Invest in Dänemark und Danmark Fokus eine Rendite erwirtschaften, die über dem allgemeinen Marktniveau liegt.

Grund für diesen verhaltenen Optimismus ist vor allem, dass er für 2016 mit einem geringeren Gewinnwachstum der dänischen Unternehmen rechnet als noch 2015.

Gewinnwachstum unter 10 Prozent
2015 erzielten die dänischen Unternehmen ein durchschnittliches Gewinnwachstum von etwas über 20 Prozent.

„Für 2016 rechne ich damit, dass das gesamte Gewinnwachstum unter 10 Prozent liegen wird. Ein niedrigeres Gewinnwachstum führt normalerweise zu geringeren Kurssteigerungen“, sagte Jesper Neergaard Poll.

Ein wichtiger Grund für das niedrigere Gewinnwachstum ist seiner Ansicht nach die Entwicklung des Dollarkurses gegenüber dem Eurokurs. 2015 stieg der Kurs des Dollars im Verhältnis zu dem des Euros um gut 11 Prozent. Dies unterstützte das Gewinnwachstum der dänischen Unternehmen, die einen Großteil ihrer Exporte in Dollar abrechnen.

„Nichts deutet darauf hin, dass der Dollarkurs 2016 in gleicher Weise weiter steigt. Dieser wichtige Faktor entfällt also in diesem Jahr“,  laut Jesper Neergaard Poll.

Nach Ansicht der Ökonomen von Danske Invest sehen die Wachstumsaussichten für die USA wie die Eurozone im Augenblick immer besser aus. Das wird auch die Gewinne der dänischen Unternehmen stützen, meinte Jesper Neergaard Poll, der jedoch zugleich darauf hinwies, dass eine Reihe dänischer Unternehmen einen Teil ihres Umsatzes auf den Emerging Markets erzielen.

„Sowohl Lateinamerika als auch Russland haben erhebliche wirtschaftliche Probleme und dies gilt auch für Teile von Asien. Das gibt den dänischen Unternehmen Gegenwind, die ansonsten davon profitieren, dass das Wirtschaftswachstum in Europa wieder Fuß gefasst hat“, laut Jesper Neergaard Poll.

Das Gesetz der großen Zahlen
Die dänischen Aktien sind mit den guten Kurssteigerungen im Preis gestiegen, wenn man das Kurs-Gewinn-Verhältnis betrachtet. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis des gesamten dänischen Aktienmarkts liegt 2016 bei 18, was höher ist als bei den meisten großen internationalen Aktienindices. Doch hier muss man die Zusammensetzung des dänischen Indexes bedenken, der aus vielen Unternehmen des Pharma- und Biotech-Bereichs besteht, erklärte Jesper Neergaard Poll.

„International gesehen liegen die Preise für die Aktien solcher Unternehmen immer höher als beispielsweise von Industrieunternehmen. So gesehen liegen die Preise der dänischen Unternehmen eigentlich im Rahmen. Aber mehrere dänische Aktien konnten 2015 geradezu explosionsartige Kurssteigerungen verzeichnen und hier greift das Gesetz der großen Zahlen“, sagte Jesper Neergaard Poll und fuhr fort:

„Je mehr ein Unternehmen bei Gewinn, Aufträgen und Marktanteilen zulegt, desto schwieriger wird es, prozentmäßig die gleichen Wachstumszahlen erneut zu erreichen“, erklärte er und nannte Novo Nordisk als ein Beispiel: 2015 stieg der Aktienkurs dieses Unternehmens um 60 Prozent. Zugleich legte der Gewinnwachstum um 50 Prozent zu.

„Das Unternehmen hat jetzt einen Marktwert von über 130 Milliarden Euro erreicht und ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass es erneut eine Gewinnsteigerung von 50 Prozent erreichen kann. Ich halte eine Zunahme des Gewinns um 15 Prozent für möglich, aber das wird keine Kurssteigerung um 60 Prozent wie 2015 bewirken“, so Jesper Neergaard Poll.

Einzelne Unternehmen trieben den Index hoch
Betrachtet man den gesamten dänischen Aktienmarkt, so sind es einzelne Unternehmen, die den Durchschnittswert nach oben getrieben haben. Das Biotech-Unternehmen Genmab stieg um 155 Prozent, Vestas um 113 Prozent, Chr. Hansen, ein Hersteller von Lebensmittelzutaten, um 57 Prozent, Pandora um 72 Prozent und das Transportunternehmen DSV erreichte eine Kurssteigerung von 44 Prozent. 

Im dänischen Aktienindex C20 CAP hat Novo Nordisk ein erhebliches Gewicht und auch Vestas und Genmab sind verhältnismäßig große Unternehmen, die die Gesamtrendite an der Kopenhagener Börse nach oben trieben. Dadurch haben sie die Verluste einer Reihe anderer großer dänischen Unternehmen im Aktienindex mehr als ausgeglichen.

So verlor A. P. Møller-Mærsk über 27 Prozent seines Marktwertes, ebenso TDC. FLSmidth verlor knapp 12 Prozent und GN Store Nord musste 2015 einen Kursverlust von 7 Prozent hinnehmen.

„Wir können nicht erwarten, dass auch 2016 so viele der größeren Unternehmen so hohe Kurssteigerungen erreichen, dass sie den Durchschnitt wieder in gleiche Höhen treiben wie es Vestas, Genmab, Novo Nordisk und Pandora im letzten Jahr schafften“, sagte Jesper Neergaard Poll.

Er wies auch darauf hin, dass die Gründe für die ganz außerordentlichen Kurssteigerungen von Genmab und Vestas ungewöhnlich waren und sich in diesem Jahr nicht wiederholen werden.

Gründe für die enormen Kurssteigerungen
„Genmab erhielt die Zulassung für sein neues Krebsmedikament, das die Behandlung von Knochenmarkkrebs revolutioniert hat. Bereits vor der endgültigen Zulassung auf dem amerikanischen Markt ließen die Erwartungen den Kurs steigen. Aber Genmab hat keine anderen fertig entwickelten Produkte, die ähnlich wie 2015 Kurssteigerungen auslösen könnten.“ sagte Jesper Neergaard Poll und fuhr fort:

„Es ist typisch für den Biotech-Bereich, dass der Markt sehr enthusiastisch reagiert, wenn ein Produkt entwickelt wurde und dann zugelassen wird. Ebenso typisch ist aber auch eine danach abflauende Begeisterung.“

Jesper Neergaard Poll ist jedoch weiterhin optimistisch für die Genmab-Aktie.

„Der nächste Schritt für Genmab ist jetzt, den Verkauf ihrer Krebsarznei ins Laufen zu bringen. Momentan ist es ein Unternehmen mit einem Marktwert von 8 Milliarden Euro, das noch nichts verkauft hat. Jetzt kann es beweisen, dass sich das Produkt auf dem Markt bewährt. Aber ich erwarte nicht annähernd die gleichen Kurssteigerungen wie im letzten Jahr, meinte Jesper Neergaard Poll.

Der dänische Hersteller von Windkraftanlagen Vestas konnte sich über eine starke Zunahme der Aufträge freuen und verdoppelte daher seinen Aktienkurs.

„Im Laufe des letzten Jahres merkten die Anleger, dass ein stärkerer Zuwachs an Aufträgen zu erwarten war und somit auch die Gewinne zulegten“, erklärte Jesper Neergaard Poll und fügte hinzu:

„Ist Vestas auch in diesem Jahr für eine Überraschung gut? Nein, wohl kaum so wie im letzten Jahr. Jetzt hat das Unternehmen seine vorhandenen Kapazitäten voll ausgelastet, und dass 2016 ein erfolgreiches Jahr für Vestas wird, ist bereits in den Kurs eingepreist. Wir rechnen bei Vestas mit einer Gewinnsteigerung in diesem Jahr – aber mit einer geringeren als 2015.“

Wenig Optimismus für Mærsk
A. P. Møller Mærsk war hingegen eine der Aktien, die mit einem Rückgang von 27 Prozent der B-Aktie den Durchschnitt der Kurssteigerungen nach unten drückte. Und Jesper Neergaard Poll erwartet keinen Umschwung:

„Der niedrige Ölpreis und die Aussicht auf einen weiterhin fallenden Ölpreis sind gelinde gesagt nicht günstig für das Ölgeschäft von Mærsk. Das drückt auf die Verkaufserträge in diesem Bereich. Das Unternehmen hat außerdem große Investitionen in neue Fördereinrichtungen getätigt, die sich in den nächsten Jahren amortisieren sollten. Bei den niedrigen Ölpreisen geht die Rechnung schwerlich auf“, meinte Jesper Neergaard Poll und ergänzte:

„Darüber hinaus hat es das Containergeschäft von Mærsk ebenfalls schwer. Weltweit gibt es eine bedeutende Überkapazität an Containerschiffen, dazu ließ das Wachstum des Containertransports 2015 deutlich nach und wir sehen nicht, dass es 2016 deutlich zulegen wird.“

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