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Taktische Asset Allokation 2012 09 24

Durch den Kauf von globalen Aktien (5pp) erhöhen wir unsere Aktienübergewichtung auf 10pp. Dementsprechend reduzieren wir unsere Gewichtung in Staatsanleihen. Hochzinsanleihen stehen wir nach wie vor positiv gegenüber.

Wir erhöhen unsere übergewichtete Positi-on in Aktien um fünf Prozentpunkte. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens gehen wir da-von aus, dass das Weltwirtschaftswach-stum in absehbarer Zeit wieder anziehen wird (angeführt von China und den USA) und dass sich die Wachstumsraten in der Eurozone stabilisieren werden. Unser globaler Leitindikator beginnt, diesen Trend abzuzeichnen. Zweitens haben die geplanten politischen Maßnahmen der EZB und der US-Notenbank die Wahrscheinlich-keit eines sehr negativen „Left-Tail-Events“ beträchtlich gesenkt und wiederum die risikobereinigten Renditen (ex-ante) von riskanten Vermögenswerten erhöht. Schlussendlich betonen wir erneut unsere Ansicht, dass das Risiko einer harten Landung in China oder einer W-förmigen Rezession in den USA äußerst gering ist.
Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Eurozone haben sich in den letzten Monaten stabilisiert und wir gehen davon aus, dass die stabileren Finanzierungsströme dabei eine wichtige Rolle spielen. Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (LTRO) haben eine Zuspitzung des Kreditschocks verhin-dert. Infolgedessen hellt sich der schlechte Ausblick für die Unternehmen auf. Das pri-vate Kreditwachstum wird sich unserer Meinung nach in absehbarer Zeit jedoch nicht normalisieren. Kapitalprobleme und Risikoscheu dämpfen die Bereitschaft der Banken, Darlehen zu vergeben. Daher er-warten wir kurzfristig keine deutliche Be-schleunigung des Wachstums in der Euro-zone, werten es aber als positiv, dass die Wachstumsraten nicht noch weiter zurück-gehen.
Das Geschäftsklima in China überraschte uns in letzter Zeit negativ. Wir sind davon ausgegangen, dass das Wachstum im Früh-jahr wieder anziehen wird. Das ist bisher jedoch nicht eingetroffen. Wir bleiben jedoch bei unserer Ansicht. Die Lockerung der Kreditpolitik sollte die Wirtschaft über den Immobiliensektor ankurbeln. Aktuell verbessern sich die Immobilienverkaufszahlen und die Häuserpreise beginnen zu steigen. Dieser Funke ist jedoch noch nicht auf die breite Wirtschaft übergesprungen – zumindest nicht, was die Einkaufsmanagerindizes an-geht. Eine Kehrseite des chinesischen Mar-kit PMI ist seine Exportlastigkeit. Daher spiegelt er eher die globale als die heimische Nachfrage wider. Darum möchten wir unsere Erholungshypothese eigentlich nicht widerrufen. Nichtsdestoweniger bleiben die PMI ein wichtiger Indikator, und wir erwarten in den kommenden Monaten moderate Anstiege.
Der jüngste Bericht zum ISM-Einkaufsmanagerindex zeichnete ein düste-res Bild für das US-amerikanische/globale Wachstum. In Anbetracht weitreichenderer Makrodaten ist der aktuelle Trend unserer Meinung nach jedoch etwas vielverspre-chender, insbesondere am Arbeitsmarkt. Wir erwarten, dass es im privaten Sektor 150.000 Stellen pro Monat mehr geben wird und dass die Erstanträge auf Arbeits-losengeld weiterhin zurückgehen sollten. Daher gehen wir davon aus, dass der derzeitige Trend im verarbeitenden Gewerbe ein verfälschtes Bild der breiteren Wirtschaftsaktivitäten abgibt.
Der eingeschlagene Kurs der Fed und der EZB reduziert die Abwärtsrisiken erheblich. Sollte sich die Weltwirtschaft schwächer als erwartet entwickeln, werden die Maß-nahmen der Zentralbanken unserer Mei-nung nach die unausweichliche Krise abmil-dern, d.h. die Abwärtsrisiken sind unserer Meinung nach zurückgegangen.
Auf dem Jackson Hole Symposium vertei-digte Bernanke eine unkonventionelle Geld-politik. Wie andere Kommentatoren auch nahmen wir Bernankes abschließende Be-merkung zur Kenntnis, dass insbesondere die Stagnation am Arbeitsmarkt ein „ernsthaftes Problem“ sei. Darüber hinaus betonte Bernanke seine Ansicht, dass Unsi-cherheit im Allgemeinen und in Bezug auf die Fiskalpolitik im Besonderen das Wach-stum dämpfen wird. Das werde sich in nächster Zeit auch nicht ändern. Zum Schluss argumentierte er, dass aufgrund der Kombination aus einem schwachen Wachstum und Leitzinssätzen bereits nahe am Nullpunkt die Geldpolitik einfacher gehalten werden sollte, als Standardmodelle unterstellen. Insgesamt gehen wir nun davon aus, dass die Fed ihren Kurs ändern und erneut damit begin-nen wird, Staatsanleihen aufzukaufen.
Mario Draghi äußerte sich auf der Presse-konferenz der EZB. Das Anleihenkaufprog-ramm (OMT) ist unserer Meinung nach not-wendig, da es den fehlenden Kreditgeber letzter Instanz ersetzt. Italienische und spa-nische Spreads spiegeln zu einem gewissen Maße ein „Konvertibilitätsrisiko“ wider, nicht nur eine Kreditprämie. Im Grunde kann das Anleihenkaufprogramm si-cherstellen, dass zuvor diskontierte Markterwartungen neutralisiert werden. Deshalb ist das Anleihenkaufprogramm ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung zum Aufbau einer gut funktionierenden Währungsunion, die besser von Spekulationen über den Fortbestand des Euro geschützt ist – oder um Draghi zu zitieren: „ein absolut effektiver Schutz zur Vermeidung destruktiver Szenarien.“
Zusammenfassend gehen wir davon aus, dass der Wirtschaftsausblick und die ak-tuelle Geldpolitik die Balance zwischen Risi-ko und Ertrag zugunsten riskanter Vermö-genswerte verschieben werden. Nichtsdes-toweniger leben wir nach wie vor in einem unsicheren Umfeld, in dem die fiskalische Klippe in den USA, die politische Sackgasse in Europa und das Übergangsrisiko in China uns langfristig zurückhaltend machen. Künftig werden wir eher gegen den Strom schwimmen als der Herde zu folgen.
 

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