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Zinserhöhung durch die Fed im Dezember – aber wir halten an Aktien fest

Obgleich die US-Notenbank bald die Zinsen erhöht, halten wir an unserer Übergewichtung von Aktien fest und erwarten Kurssteigerungen, erklärt Chefanalytiker Bo Bejstrup Christensen.

Die US-Notenbank Fed ist bereit, im Dezember die Zinsen zu erhöhen – das ist nach dem letzten Arbeitsmarktbericht klar. Wir haben das ganze Jahr über davor gewarnt, dass die erste Zinserhöhung positive Renditen am Aktienmarkt gefährdet. Trotzdem haben wir uns entschieden, unser leichtes Übergewicht an Aktien zu halten. Warum?

Seit die US-Notenbank im Oktober den Markt mit der Mitteilung überraschte, dass es im Dezember eine reale Möglichkeit für die erste Zinserhöhung gibt, dreht sich die Diskussion darum, ob die entscheidenden Kennzahlen positiv genug sind, damit die Fed den Worten Taten folgen lässt. Den endgültigen Anstoß gibt unserer Ansicht nach der äußerst positive Arbeitsmarktbericht vom 6. November, der den Markt nicht allein hinsichtlich der Entwicklung im Oktober überraschte, sondern auch noch nachträglich die Zahlen der weiter zurückliegenden Monate nach oben korrigierte. Die Situation des Arbeitsmarkts der USA erscheint daher in günstigerem Licht als noch vor einigen Wochen. Wir meinen daher, dass die Fed bereit steht, um im Dezember die Zinsen anzuheben. Übrigens genau sieben Jahre, nachdem sie in den dunklen Tagen des Dezembers 2008 die Zinsen auf Null senkte und seither nicht wieder anrührte.

Wir haben das ganze Jahr über davor gewarnt, dass die erste Zinserhöhung die Aktien bedroht. Nicht, weil wir mit einer größeren Katastrophe in Form einer Rezession rechnen. Auch nicht, weil wir der Ansicht wären, die Zinserhöhung sei ein Fehler. Sondern aus dem einfachen Grund, dass die erste Zinserhöhung nach einer langen Zeit von Nullzinsen ein wichtiger Meilenstein ist. Daher ist dies ganz einfach ein Ereignis, das so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Trotzdem halten wir das leichte Übergewicht an Aktien, das wir Ende September und Anfang Oktober aufgebaut haben. Warum? Kurz gesagt, weil dieselben Gründe, welche die Fed zur Zinserhöhung veranlassen, auch die Aktienkurse steigen lassen werden – bis ins nächste Jahr hinein.

Wirtschaftswachstum ist zurückgegangen – es wird wieder zulegen
Wir meinen, dass das Wirtschaftswachstum in den USA von etwa drei Prozent im Sommer auf etwas unter zwei Prozent im Herbst gefallen ist. Dieser Rückgang hat uns überrascht (wir rechneten mit stabilem Wachstum), doch wir sind optimistisch, dass dieser Rückgang nur vorübergehend war. Denn die Unternehmen wurden von mehreren negativen Faktoren gleichzeitig getroffen: Schwierigere finanzielle Bedingungen wegen des gestiegenen Dollarkurses, Unruhe wegen China und den anderen Schwellenländern und ein erneuter Fall des Ölpreises. Dies führte dazu, dass die Unternehmen ihre Produktion zurückfuhren, um erst einmal ihre Lagerbestände abzubauen. In der nächsten Zeit muss die Produktion aber wieder anlaufen, weil dann die Lagerbestände auf ein Minimum abgebaut sind – jedenfalls, wenn die Nachfrage nicht wieder durch neue Ereignisse beeinträchtigt wird.

Gleichzeitig verbessert sich die Situation des Immobilienmarkts und wir sehen deutliche Zeichen für zunehmende Lohnsteigerungen, die ihrerseits für eine stärkere Inlandsnachfrage sorgen. Wenn sich der Ölpreis stabilisiert, die finanziellen Rahmenbedingungen (Zinsunterschiede, Währungs- und Aktienkurse usw.) nicht in gleichem Tempo wie früher schwieriger werden und auch das Wachstum in China sich erholt, steht einem steigenden Wirtschaftswachstum in den USA nichts mehr im Wege. Wir erwarten somit eine kurzfristige Erholung des Wirtschaftswachstums auf 2,5 Prozent und möglicherweise noch höhere Zuwachsraten im Laufe des nächsten Jahres, falls der Ölpreis einigermaßen stabil bleibt und die chinesische Wirtschaft sich unseren Erwartungen entsprechend entwickelt.

Positive Aussichten für internationale Aktien
Steigende Wachstumsraten werden nicht nur die US-Notenbank davon überzeugen, dass eine Straffung der Geldpolitik angezeigt ist, sondern auch den Anlegern das Signal geben, dass es der Wirtschaft gut geht. Außerdem ist es wichtig für uns, dass der Rentenmarkt die erste Zinserhöhung im Dezember bereits eingepreist hat. Obwohl wir hinsichtlich der Anzahl der Zinserhöhungen im Jahr 2016 noch etwas anderer Ansicht sind als der Markt (wir meinen vier, der Markt nur etwa drei), kommen diese Zinserhöhungen in einem Klima steigenden Wirtschaftswachstums.

Somit gehen wir davon aus, dass die Aussichten für internationale Aktien positiv sind – höheres Wachstum in den USA, hohes und stabiles Wachstum in der Eurozone sowie leichte Erholung in China werden unserer Einschätzung nach bis ins Jahr 2016 hinein für weiterhin steigende Aktienkurse sorgen.
 

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