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Hochzinsanleihen: auch 2015 eine gute Renditealternative im Niedrigzinsumfeld

Interview mit Andreas Dankel, Head of Credit und Chief Portfolio Manager des Danske Invest Euro High Yield Bond

Liebe Vertriebs- und Geschäftspartner,

die Zahl europäischer Unternehmen, die Hochzinsanleihen emittieren hat sich seit 2009 auf über 300 verdoppelt. Damit konnte der europäische High-Yield-Sektor ein stetiges Wachstum verbuchen – eine Entwicklung, an die auch in diesem Jahr angeknüpft wird. Nach einer Untersuchung der Credit Suisse haben Unternehmen niedriger Bonität im Jahr 2015 bisher Anleihen im Wert von 19 Milliarden Euro emittiert.

Auch Investoren konzentrieren sich in den letzen Jahren zunehmend auf den Markt für Hochzinsanleihen. In der ersten Jahreshälfte  2014 konnten High-Yield-Anleihen aufgrund des Niedrigzinsumfelds einen deutlichen Beliebtheitszuwachs verbuchen. Nach zwischenzeitlichen Abflüssen in der zweiten Jahreshälfte 2014, hat sich die Entwicklung wieder umgekehrt und Experten rechnen auch für das weitere Jahr 2015 mit kräftigen Zuflüssen bei dieser Assetklasse.

Allerdings müssen Anleger im Jahresverlauf mit Schwankungen rechnen, die aufgrund politischer Unsicherheiten in Europa und niedrigen Ölpreisen auftreten könnten. Bei sorgfältiger Titelauswahl kann eine solche Volatilität aber auch gute Ertragschancen bieten.

Lesen Sie im Folgenden ein Interview  zu europäischen Hochzinsanleihen mit Andreas Dankel, Head of Credit und Portfolio Manager des Danske Invest High Yield Bond.

Mit freundlichen Grüßen
Stig Brammer
Head of Third Party Fund Distribution Europe



Herr Dankel, wie attraktiv ist der Markt für europäische High-Yield-Anleihen derzeit?

Der Markt für europäische High-Yield-Anleihen konnte in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum verzeichnen. Es wurden mehr Hochzinsanleihen emittiert, da europäische Unternehmen seit der Finanzkrise ihre Finanzierung stärker diversifizieren und Banken Anreize zur Bilanzverkürzung haben. Doch nicht nur Unternehmen, sondern ebenfalls Investoren haben den High-Yield-Markt für sich entdeckt – auch, weil Ausfälle dort immer seltener geworden sind. Insbesondere aber bietet die Anlageklasse High Yield Investoren eine Alternative, im Niedrigzinsumfeld die angestrebte Rendite zu erzielen. Auch die Ankündigung des Staatsanleihen-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank ließ die Preise der Staatsanleihen steigen, bei abnehmender Rendite. Dies trug ebenfalls zur Attraktivität von Hochzinsanleihen bei, mit denen sich deutlich höhere Renditen erzielen lassen.

Was charakterisiert den europäischen High-Yield-Markt?

Der europäische High-Yield-Markt besteht aus den sogenannten „Fallen Angels“, d.h. Anleihenemittenten, die zuvor einen Investment Grade Status innehatten, aber seitdem auf Junk-Bond-Status reduziert wurden, und reinen High-Yield-Emittenten. Diese haben verschiedene Merkmale und bieten Anlegern dementsprechend auch unterschiedliche Möglichkeiten. Die heruntergestuften „Fallen Angels“ emittieren häufig noch immer Anleihen mit Investment-Grade-Dokumentierung und wollen oftmals ihre ursprüngliche Bewertung als Investment Grade wieder erreichen. Daneben gibt es auch viele Emittenten niedriger Bonität, die von vorne herein Anleihen mit High-Yield-Dokumentation emittieren.

Mit dem Danske Invest Euro High Yield Bond investieren Sie in europäische Hochzinsanleihen. Worauf achten Sie bei Ihrer Anlagestrategie?

Unser Fonds investiert in High-Yield-Anleihen, CoCo-Bonds und Wandelanleihen von Unternehmen, die überwiegend in Euro denominiert sind. Dazu wenden wir einen Bottom-Up-Ansatz an und analysieren die einzelnen Anleihen sorgfältig, um Faktoren und Ereignisse zu ermitteln, die die individuellen Risikoprämien der Anleihen beeinflussen.  So können wir z.B. Anleihen identifizieren, die unserer Meinung falsch bewertet sind und daher noch Outperformance-Potenzial aufweisen. Allerdings gibt es auch übergeordnete Marktthemen, die in unsere Analyse mit einfließen und bei der Auswahl der Anleihen für das Portfolio eine Rolle spielen. Solche Themen sind z.B. der starke Ölpreis-Rückgang 2014, oder die geplanten bzw. bereits umgesetzten Maßnahmen der Bankenregulierung, aber auch das geringe Wirtschaftswachstum Europas verbunden mit dem Margendruck, sinkenden Zinsen und einer außergewöhnlichen Zentralbankpolitik. Daneben versuchen wir ein gutes Risikomanagement umzusetzen und die Portfolio-Risiken so zu steuern, dass eine allzu große Ansammlung von Risiko vermieden wird.

Wo finden Sie attraktive Hochzinsanleihen?

Attraktive High-Yield-Anleihen lassen sich in den verschiedenen Sektoren und Regionen finden – zentral ist dabei neben der Berücksichtigung übergeordneter Entwicklungen immer die sorgfältige Analyse des Einzelnunternehmens. Wir halten z.B. nachrangige Anleihen (CoCo-Bonds) von Banken im Portfolio des Danske Invest Euro High Yield Bond – genauer gesagt von der Commerzbank, der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Bank. Seit der Finanzkrise sind diese damit beschäftigt ihre Bilanzen zu stärken und haben viele ausstehende Anleiheobligationen. Gerade „alte“ nachrangige Anleihen können wertvoll für Anleger sein, da sie oftmals bereits zurückgekauft worden sind oder in Zukunft wegen neuer Regulierungsvorschriften zum Eigenkapital auslaufen werden. Entsprechend kaufen die Emittenten solche Anleihen häufig zum nächstmöglichen Zeitpunkt zurück bzw. spätestens dann, wenn sie sich für das Kreditinstitut aus Kostengründen nicht mehr lohnen. Rückkehrer in den Investment-Grade-Bereich können ebenfalls interessant sein. Ein Beispiel ist hier der portugiesische Energieversorger EDP. Das Unternehmen kehrt nach einigen Jahren als Emittent niedriger Kreditwürdigkeit in den Investment-Grade-Index zurück und seine Unternehmensanleihen verzeichnen eine gute Entwicklung seit der Rückkehrankündigung. Die Abstufung war aufgrund schlechter makroökonomischer Bedingungen im heimischen Markt erfolgt. EDP konnte diese Krise jedoch überwinden und profitiert nun von einer stärkeren Eigentumsstruktur. Trotz des Ölpreis-Rückgangs in 2014 finden sich auch in der Branche noch attraktive High-Yield-Anleihen. So haben wir z.B. Anleihen der Ölbohrfirma Seadrill im Portfolio. Bereits vor dem Preisrückgang war der Sektor unter Druck. Da sich zudem Offshore-Bohrinseln alle fünf Jahre kostenintensiven Untersuchungen unterziehen müssen, laufen ältere Bohranlagen mit schlechteren Bewertungen Gefahr unrentabel zu werden und deswegen ausrangiert zu werden. Große Ölbohrfirmen mit modernen Bohranlagen – wie Seadrill – sind daher begünstigt. Sie dürften profitieren, sobald sich das Angebots-Nachfrage-Verhältnis bei Öl wieder verbessert.

Haben Sie ein Beispiel wie konkrete Ereignisse die Attraktivität einzelner Anleihen beeinflussen?

Unternehmensfusionen können bekanntlich Marktgegebenheiten verändern und Investition in bestimmte Unternehmen attraktiver machen. So wird z.B. die Fusion der französischen Kabelgesellschaft Numericable mit dem lokalen Telekommunikationsanbieter Société française de radiotéléphonie (SFR) die Wettbewerbslandschaft im französischen Telekommunikationsmarkt verändern. Das durch die Fusion neu geschaffene Unternehmen wird sowohl von dem gut ausgestatteten Netz Numericables als auch von den Marketing-Kompetenzen von SFR profitieren. Daher haben wir in unserem Fondsportfolio Anleihen der Operating Company Numericable und auch Anleihen des Holding-Eigentümers Altice.

Wie hat sich der Fonds in diesem Jahr bislang entwickelt und was ist Ihr Ausblick für das restliche Jahr 2015?

In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnte der Fonds bereits 3,07 Prozent Rendite erwirtschaften. Für das weitere Jahr sehen wir bei den renditeschwächsten High-Yield-Anleihen begrenzte Ertragsmöglichkeiten und etwas bessere Möglichkeiten bei den höher verzinsten Anleihen schlechter Bonität. Da allerdings das wachstumsschwache Umfeld in Europa Unternehmen schlechter Bonität zum Teil unter Druck setzt, reduzieren wir unsere Investitionen in Anleihen mit dem schlechtesten Bonitätsrating. Insgesamt glauben wir, dass die Auswahl der einzelnen Sektoren und auch Anleihen von zentraler Bedeutung für die Performance des Fonds sein wird – dies kann durch besondere Ereignisse bzw. Marktvolatilität noch verstärkt werden. Wir gehen davon aus, dass der Trend zu umfangreichen Neuemissionen auch im Jahr 2015 anhalten wird.

Andreas Dankel, Head of Credit und Chief Portfolio Manager bei Danske Invest verfügt über 17 Jahre Erfahrung im Portfoliomanagement.

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