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Investieren in die Balkanstaaten – von der allgemeinen Erholung profitieren

Interview mit Senior Portfolio Managerin Sandra Jankovic

Frau Jankovic, was kennzeichnet die Anlagestrategie des Danske Invest Trans-Balkan?
Der Trans-Balkan investiert in Aktien, die an den Wertpapierbörsen der Balkanregion notiert sind. Allerdings ist das Anlageuniversum – wie der Name Trans-Balkan auch schon andeutet – nicht nur auf diese Staaten beschränkt. Der Fonds kann auch in Unternehmen investieren, die ihre Haupttätigkeit in Balkanländern ausüben, auch wenn sie nicht an den dortigen Wertpapierbörsen notiert sind. Daneben investiert der Fonds auch in die Türkei. Der investierte Anteil sollte allerdings unter 20 Prozent des Portfolios liegen.

Bei der Titelselektion, ist es uns wichtig, Einzeltitel basierend auf einem langfristigen Investmenthorizont auszuwählen. Schlüsselelement der Anlagestrategie des Trans-Balkan ist daher die Identifizierung von Unternehmen, von denen wir erwarten, dass sie von der langfristigen Konvergenz der Märkte profitieren werden. Dabei analysieren wir intern neben den Fundamentaldaten auch die Wachstumsaussichten, basierend auf unternehmensexternen- und unternehmensinternen Veränderungen. Wir untersuchen zudem die Qualitätsmerkmale der Unternehmen. Letztere werden mithilfe verschiedener Modelle bewertet sowie mit ihrer Peergroup verglichen. Auf diese Weise beurteilen wir, ob ein Unternehmen grundsätzlich für eine Investition interessant ist. Für die Auswahl einzelner Werte schauen wir, ob deren Qualität und die Wachstumsaussichten einen vernünftigen Preis haben bzw. ob die Aussichten schon vollständig eingepreist sind. Darauf basierend, wählen wir schließlich die vielversprechendsten einzelnen Werte aus – Aktien, deren Qualität bzw. Wachstumsaussichten unserer Meinung nach nicht vollständig im Preis reflektiert werden oder solche Aktien, die bezüglich ihrer Qualität und Wachstumsaussichten vom Markt unterschätzt werden.Um das Risiko zu streuen, sind die Titel des Portfolios auf verschiedene Sektoren und Unternehmen verteilt. Ein Teil des Portfoliovermögens ist zudem in größere Unternehmen der Region investiert. Der Fonds versucht aber, auch eine aktive Gewichtung in kleinere Unternehmen zu tätigen.

Wie ist Ihr Portfolio derzeit gewichtet?
Derzeit (Stand: 27.10.2014) sind Rumänien (30 Prozent), die Türkei (21,3 Prozent) und Serbien (16,4 Prozent) die größten Länderpositionen im Portfolio gefolgt von Griechenland, Bulgarien und Slowenien. Wichtigster Sektor ist mit 34,9 Prozent der Finanzsektor. In den Energiesektor sind 15,9 Prozent des Portfolios investiert, in zyklische Konsumgüter 14,2 Prozent und in die Industrie 12,2 Prozent. Wichtiger als die jeweilige Länder- und Branchengewichtung ist uns aber die Auswahl von geeigneten Einzeltiteln, die einen langfristig positiven Ausblick bieten. 

Wie hat sich der Fonds bisher im Jahr 2014 entwickelt?
Im Jahr 2014 konnte der Trans-Balkan bislang eine Rendite von 12,45 Prozent erreichen. Der Fonds hat keine Benchmark. Daher ist es das Ziel des Trans-Balkan eine Rendite zu erzielen, die mindestens der Rendite der Aktienmärkte der Balkanregion entspricht. Vor diesem Hintergrund kann die bisherige Rendite des Trans-Balkan im Jahr 2014 als ein durchaus befriedigendes Ergebnis angesehen werden.

Welches waren 2014 die Länder, die sich am besten entwickelten und welches waren die besten Einzeltitel im Portfolio?
Im ersten Halbjahr 2014 entwickelten sich die Aktienmärkte der Balkanstaaten überwiegend gut und im Vergleich besser als die neuen Märkte Europas. Insbesondere Slowenien gehörte in der ersten Jahreshälfte zu den Aktienmärkten, die sich weltweit am besten entwickelten – seit Juni hat sich die Entwicklung allerdings abgeflacht. Der anfängliche Optimismus der Anleger im Zusammenhang mit zunehmender Privatisierung  und der Einführung von Reformen war aufgrund eines Regierungswechsels abgeflaut. Anleger übten sich in Zurückhaltung, da die neugewählte Regierung das Reformprogramm nicht so sehr unterstützt wie die vorherige Regierung. Nach Kursrückgängen Anfang des Jahres, erholte sich auch der türkische Aktienmarkt wieder deutlich. Die Rückgänge waren vor allem auf die politische Instabilität und den Abbau der Anleihenkäufe durch die Federal Reserve zurückzuführen. Die derzeitigen Konflikte in der Region führten allerdings dazu, dass der türkische Aktienmarkt erneut ein wenig nachgab. Der bulgarische Aktienmarkt konnte bis Ende Mai kräftige Aufschläge verbuchen, als wachsende politische Unruhe die Stabilität im Finanzsektor bedrohte. Seitdem gingen die Kurse deutlich zurück. Zu den besten Einzeltiteln gehörten 2014 bislang Monbat, ein bulgarischer Batteriehersteller, der griechische Schmuckhersteller Folli Follie, der Betreiber des rumänischen staatlichen Erdgasnetzes Transgaz, die serbische Molkerei Imlek, der türkische Reifenhersteller Brisha und der Nikola Tesla Flughafen in Belgrad.

Welches sind die Risiken des Trans-Balkan und wie versucht er sie zu kontrollieren?
Generell bringen Investitionen in die Balkanstaaten wegen politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten noch immer ein gewisses Risiko mit sich. Daher versucht der Danske Invest Trans-Balkan das Risiko durch eine sorgfältige Titelauswahl und Analyse des Risiko-Renditeprofils von Einzeltiteln zu managen. Der Anteil eines Einzeltitels am Portfolio wird durch den Risikobeitrag des Einzeltitels zum Gesamtportfolio und die relative Gewichtung bestimmt. Daneben wird eine Risikodiversifizierung auch durch die Verteilung der Einzeltitel auf verschiedene Sektoren und Unternehmen erreicht. Der Fonds weist eine hohe Gewichtung von rumänischen, serbischen und türkischen Aktien auf. Der größte Einzelposten des Fonds ist mit 8,45 Prozent der rumänische Erdöl- und Erdgaskonzern OMV Petrom.
Momentan besteht das Risiko, dass die Türkei durch die Unruhen im Irak einen wichtigen Exportmarkt und auch den Zugang zu anderen wichtigen Handelspartnern im Nahen Osten verliert. Eine weitere Ausweitung der Konflikte im Nahen Osten würde sich ebenfalls negativ auf die Exporte der Türkei auswirken. Solche Entwicklungen könnten das bereits hohe Leistungsbilanzdefizit des Landes negativ beeinflussen. Auch ein Anstieg der Rohölpreise könnte der Türkei schaden. Zuletzt konnte die Türkei allerdings von den Rohölpreisen profitieren, die trotz des Konflikts im Irak niedrig blieben. Als Netto-Ölimporteur mit großer Ölkomponente in der Leistungsbilanz wirken sich niedrige Ölpreise positiv auf das Leistungsbilanzdefizit aus. In Serbien hat die Regierung die Umsetzung von Wirtschaftsreformen angekündigt. Werden sie verzögert oder gar nicht eingeführt, könnten sie Serbien wegen seines enorm hohen Haushaltsdefizits und der wachsenden Auslandsschulden in eine schwierige Situation bringen. Eine Abschwächung des Wachstums in der EU wird sich zudem allgemein negativ auf den Export der größeren Volkswirtschaften des Balkans auswirken und deren überwiegend exportgetriebenes Wachstum einschränken.

Was ist Ihr Ausblick für das restliche Jahr?
Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Unruhen im Nahen Osten oder der Ukraine entwickeln. Eine Abschwächung des Gewinn- bzw. Wirtschaftswachstums infolge von Sorgen um die Energieversorgung wäre natürlich nicht wünschenswert. Für das weitere Jahr erwarten wir jedoch weiterhin moderat positive Renditen an den Aktienmärkten der Balkanstaaten – basierend auf der Erwartung, dass ihr beschleunigtes Wirtschaftswachstum auch zukünftig zu einem stärkeren Gewinnwachstum führen wird.

Sandra Jankovic, Senior Portfolio Managerin von Danske Invest für den Trans-Balkan Fonds, verfügt über neun Jahre Portfolio-Management-Erfahrung, davon 3,5 Jahre als Portfolio Managerin des Danske Invest Trans-Balkan.
 

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