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Konvergenz und doppelte Chancen

Interview mit Morten Lund Ligaard, Chief Portfolio Manager des Danske Invest Eastern European Convergence-Fonds

Herr Ligaard, der Danske Invest Eastern European Convergence verfügt über das Morning Star Rating von 3 Sternen. Wie gehen Sie bei der Anlage vor?

Morten Lund Ligaard: Wir legen sehr großen Wert auf eine gründliche Analyse jedes einzelnen Unternehmens. Das Portfolio-Management-Team hat einen langfristigen Investmenthorizont und investiert in Zentral- und Osteuropa. Alle Teammitglieder haben jahrelang im osteuropäischen Gesamtteam gearbeitet. Wir besuchen die Unternehmen häufig persönlich. Das ist in dieser Region besonders wichtig, um mitzubekommen, was in den Unternehmen vor Ort passiert. Wenn Sie ein Unternehmen öfter besucht haben, finden Sie heraus, ob das Management die Tendenz hat, überoptimistisch zu sein oder eher konservativ in der Selbsteinschätzung ist. Wir verfolgen einen strikten Bottom-Up-Stock-Picking-Ansatz.

Wie verläuft die Wertentwicklung des Fonds?

Morten Lund Ligaard: Der Fonds hat in diesem Jahr - trotz der Ukraine-Krise - per Ende Mai um 5,6 Prozent an Wert gewonnen. Im letzten Monat ist er infolge der aktuellen Ereignisse und dem russischen Gasultimatum gegenüber der Ukraine leider um über zwei Prozent down gedriftet. Wir sind zuversichtlich, dass es bald auch wieder in die andere Richtung geht. Seit seiner Auflegung im Jahr 2003 ist der Danske Invest Eastern Europe Convergence um über 152 Prozent gewachsen. Klar gab es da auch Einbrüche – man denke an die Krisenjahre 2009 und 2011. In den letzten fünf Jahren hat der Fonds pro anno durchschnittlich um 9,5 Prozent zugelegt.

Wie ist Ihr Portfolio derzeit gewichtet?

Morten Lund Ligaard:
Derzeit haben wir Werte aus Polen mit einem Anteil von 50,9 Prozent überdurchschnittlich stark gewichtet. Polen hat sich seit seinem EU-Beitritt im Jahr 2004 positiv entwickelt. Das Land mit 38 Millionen Einwohnern hat zwar noch lange nicht den westeuropäischen Standard erreicht. Das Pro-Kopf-BIP in Polen beträgt 30 Prozent des westeuropäischen Durchschnitts. Polen ist aber weiterhin auf einem guten Weg. Aufgrund des großen Aufholpotentials und den guten Rahmenbedingungen kann man mit positiven Renditen rechnen. Den zweitgrößten Anteil im Portfolio belegt die Türkei mit einem Wert von rund 18 Prozent. Weitere bedeutende Anteile haben Tschechien, Ungarn, Österreich, Estland und Rumänien. Bei der Gewichtung nach Branchen setzen wir verstärkt auf die Finanzindustrie, die einen Anteil von 50,5 Prozent einnimmt.

Können Sie Beispiele für erfolgversprechende Investments nennen?

Morten Lund Ligaard
: Ein Investment  zum Beispiel, das wesentlich zur Performance des Fonds beigetragen hat, ist der polnische Schuhhersteller CCC. Das Unternehmen ist der Marktführer im polnischen Schuheinzelhandel mit einem Marktanteil von 17 Prozent  im Heimatmarkt.
Wir halten die Aktie seit 2011 im Portfolio und sie ist seitdem um 180 Prozent gestiegen. Der Gesellschaft ist es gelungen, ihren Kunden eine attraktive Kombination preiswerter Schuhe mit hoher Qualität anzubieten und hat damit konstant Marktanteile gewonnen. CCC expandiert noch weiter in Polen, aber ist nun auch im Begriff, sich aggressiv in Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei auszubreiten.
Auch die Türkei ist derzeit nach politischen Maßstäben beurteilt ein Problemfall. Was bewegt Sie, dennoch darin zu investieren?
Morten Lund Ligaard: Auch die Türkei hat sich zu einem Wachstumsmarkt gewandelt. Obwohl die politische Stabilität unter dem Regime Premierministers Recep Erdogan fragil erscheint, überwiegt die Perspektive einer insgesamt weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung.
Ein positives Beispiel ist der türkische Automobilhersteller Tofaş (Türk Otomobil Fabrikas Anonim
Şirket). Aktuell liegt die Anzahl von Autos, die in der Türkei pro Kopf erworben werden nur bei rund einem Viertel des EU-Niveaus. Hier besteht noch Aufholpotential. Tofaş verkauft Autos sowohl im Inland als auch im Export. Der KFZ-Hersteller produziert für Dritte, u.a. für Fiat und General Motors. Das Unternehmen hat seine Ausfuhren abgesichert durch so genannte Take-Or-Pay-Verträge. Das heißt, es erhält eine Kompensation, wenn die Partner nicht so viele Autos kaufen, wie ursprünglich geplant und zugesagt. Und daher eine vorbildliche Absicherung. Mit fünf Prozent ist die dividenden rendite von Tofaş recht interessant. 

Wie ist ihr Investmentteam aufgestellt?

Morten Lund Ligaard:
Unsere Anlagespezialisten sitzen in Bulgarien, Finnland, Estland und Dänemark vor Ort. Das gesamte Osteuropa-Team besteht aus neun Mitgliedern, die jeweils neun Jahre oder mehr an Investmenterfahrung in Osteuropa mitbringen. Acht von neun Teammitgliedern sind seit 2007 bei Danske Capital oder länger. Das Team besteht aus sieben verschiedenen Nationalitäten, fünf davon sind Osteuropäer.

Morten Lund Ligaard ist Diplom- Kaufmann mit dem Schwerpunkt Mathematik, (cand. merc.mat.) und Certified Financial Analyst. Er ist seit 2000 bei Danske Capital als Portfolio Manager und Analyst im Aktienbereich beschäftigt.
 

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