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Taktische Asset Allokation 2012 10 23

Unsere taktische Allokation bleibt unverändert. Wir gewichten Aktien nach wie vor über (10pp) und bevorzugen dabei die Schwellenländer und Europa. Auch unsere Ausrichtung auf Hochzinsanleihen bleibt bestehen. Mittelfristig stehen wir dem potenziellen Wachstum in den Schwellenländern und der Profitabilität von Unternehmen aus dieser Region verhalten gegenüber.

Wir sehen weitere Anzeichen für eine Stärkung des globalen Wirtschaftszyklus, wenn auch nach wie vor in einem moderaten Tempo. Unser globaler Leitindikator hat sich im September den dritten Monat in Folge verbessert: Auf Monatsbasis verändert er sich positiv. Die meisten anderen Daten deuten ebenfalls auf eine Trendwende hin. Die Einkaufsmanagerindizes in den USA und Europa steigen, während sich dieser Index in China weiterhin enttäuschend langsam entwickelt. Die Verkaufszahlen am Immobilien- und Automobilmarkt suggerieren jedoch, dass es auch in China grundlegende Besserungstendenzen gibt.
 
Dazu kommen noch die äußerst überzeugenden Botschaften der Zentralbanken rund um den Globus: Sie stehen in den Startlöchern. Auf ihrer Konferenz im September hat die Fed ihre Versprechen, die seit Bernankes Rede in Jackson Hole im August im Raum standen, eingelöst. Die US-Notenbank bekannte sich zu unbefristeten Ankäufen von Hypothekenanleihen (und anderen Vermögensgegenständen), bis die Arbeitslosenrate auf ein Niveau gesunken ist, das die Fed vertreten kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Inflation nicht außer Kontrolle gerät. Wir sehen das als weiteres Beispiel dafür, dass die Fed sich eher auf Deflation als auf Inflation konzentriert. Alles in allem sollte das riskante Vermögenswerte unterstützen.
 
Aber nicht alles entwickelt sich so, wie wir gehofft haben. Die Arbeitslosenzahlen in den USA bleiben hinter unseren Erwartungen zurück. Aber da sie so volatil sind, messen wir dem keine allzu große Bedeutung bei. Die Zahlen sind auch nicht katastrophal, nur etwas schwächer als erwartet.
 
In Europa fiel der Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor auf seinen tiefsten Stand seit der Kreditkrise und zeichnete damit ein schwächeres Bild als der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie. Der EU-weite Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor ist normalerweise ein ziemlich guter Anhaltspunkt für das BIP-Ergebnis auf Quartalsbasis. Deshalb ist das kein gutes Zeichen. Unserer Meinung nach spiegelt die verarbeitende Industrie eine Trendwende oft effektiver wider. Schließlich hat sich entgegen unseren Erwartungen auch die Kreditvergabe in Europa in letzter Zeit erneut verschlechtert. Diese Entwicklung werden wir genau beobachten, da sie negative Auswirkungen in Europa nach sich ziehen könnte, falls dieser Zustand anhält.
 
Über die politischen Entwicklungen in Europa gibt es nur wenig zu sagen. Überall wird spekuliert, wann Spanien um Hilfe bitten wird. Zu diesem Thema können wir auch keine zuverlässige Prognose abgeben. Das Einzige, was klar scheint, ist, dass die Hoffnungen auf eine voll funktionsfähige europäische Bankenaufsicht unter Leitung der EZB in naher Zukunft nicht erfüllt werden. Der Umfang der Bankenunion wird außerdem durch die Skepsis der nördlichen Euro-Länder verwässert.
 
Wohin führt uns das? Eigentlich nirgendwohin! Wir haben das Risiko bereits erhöht: Erstens aufgrund der Zusagen der Zentralbanken, insbesondere in Europa, und zweitens aufgrund der Erwartungen in Bezug auf ein weiter steigendes Weltwirtschaftswachstum. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass sich die Lage bessern wird. Falls nicht, könnte an den Märkten leicht wieder die Angst umgehen. Daher sind wir mit unserer momentanen Übergewichtung in Aktien zufrieden und sehen zu diesem Zeitpunkt keinen Anlass für eine weitere Erhöhung.

 

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