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Was Trumps Sieg für die Märkte bedeutet

Das Wahlergebnis kann kurzfristig zu Unsicherheit und Nervosität an den Finanzmärkten führen, aber längerfristig auch Chancen für Anleger schaffen.

Donald Trump wird der nächste US-Präsident. Das hat ein knapper Wahlkampf entschieden. Dieser Sieg kommt für die Finanzmärkte überraschend, betont Senior Investmentstratege Lars Skovgaard Andersen von Danske Invest. Nachfolgend erläutert er die wahrscheinlichen Konsequenzen des Wahlergebnisses aus Anlegersicht.

„Die Anleger waren sich insgesamt einig, dass Clinton gewinnen wird. Deshalb rechnen die Märkte direkt ab", sagt er.

Welche Folgen wird Trumps Sieg auf kurze Sicht haben?
„Die Anleger werden das Risiko reduzieren, und darunter werden die Finanzmärkte im Allgemeinen leiden. Aktien und Zinsen werden nachgeben, und der Dollar wird abwerten. Vor allem die vielen unbekannten Faktoren in Verbindung mit Trumps Politik bereiten den Anlegern Sorgen. Es ist äußerst ungewiss, was er umsetzen wird, wie er in dem Fall vorgehen wird und was die langfristigen Auswirkungen sein werden", meint Lars Skovgaard Andersen.

„Höchstwahrscheinlich werden Aktien und Währungen aus den Schwellenländern im Allgemeinen am stärksten darunter leiden. Das wird sich vor allem durch Druck auf den mexikanischen Peso äußern, der bereits jetzt erheblich unter Druck steht. Das liegt daran, dass Trumps Politik Auswirkungen auf einige internationale Handelsabkommen haben kann. Insbesondere der Handel mit Mexiko stand im Mittelpunkt von Trumps Wahlkampf. Der amerikanische Aktienmarkt wird vermutlich mit einem Minus von 4-5 Prozent eröffnen, und europäische Aktien reagieren ebenfalls negativ. Wir gehen davon aus, dass Aktien aus Europa und den Schwellenländern kurzfristig stärker betroffen sein werden als US-Aktien generell", meint Lars Skovgaard Andersen.

Wie wird die Reaktion längerfristig ausfallen?
„Da es ungewiss ist, welche Politiker ans Ruder kommen, ist es auch äußerst unsicher, welche Auswirkungen das längerfristig auf die Weltwirtschaft haben wird. Es ist nach wie vor die Konjunktur, die die größten Auswirkungen auf die Entwicklung der Finanzmärkte hat. Darüber hinaus kann Trump vor allem eine allgemeine Unsicherheit in Bezug auf den globalen Handel auslösen, was zu einer längerfristigen Nervosität an den Märkten führen kann", erklärt er.

Welche Sektoren können längerfristig besonders betroffen sein?
„Der allgemeine Konsens unter den Anlegern ist, dass ein Sieg Trumps dem Bereich alternative Energien schadet - mit Ausnahme von vielleicht Bioethanol."

„Im Gegensatz dazu können die Sektoren Finanzen, Energie, Grundstoffe, Werkstoffe und Industrie auf längere Sicht positiv beeinflusst werden, vor allem in den USA. Trump hat erhebliche finanzpolitische Lockerungen in Form von Steuersenkungen und öffentlichen Investitionen angekündigt, darunter beträchtliche Investitionen in die Infrastruktur, was die Preise und die Nachfrage nach Werkstoffen und einigen Rohstoffen nach oben treiben kann. Außerdem kann die Industrie positiv beeinflusst werden", betont Lars Skovgaard Andersen.

„Eine deutliche Lockerung der Finanzpolitik kann zudem zu einem Lohnanstieg und zu einem Aufwärtsdruck auf die Inflation in den USA führen. Das kann steigende Zinsen zur Folge haben, wovon der Finanzsektor profitieren kann. Ein anderer positiver Aspekt, den Trumps Sieg für Finanzaktien haben kann, ist, dass die Sorgen über eine straffere Regulierung des Sektors mit Hillary Clinton als Präsidentin nun nachgelassen haben. Außerdem kann der Bereich traditionelle Energien positiv beeinflusst werden."

„Wenn sich der Nebel gelichtet hat, kann es möglicherweise interessant sein, einen Blick auf amerikanische Unternehmen zu werfen, da hier die meisten Stimulusmaßnahmen stattfinden werden. Es sind die amerikanischen Unternehmen, die von Trumps Politik profitieren werden, während der Rest der Welt Nachteile zu spüren bekommen wird", erklärt Lars Skovgaard Andersen.

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