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Analystenmeinung: Die Inflation hat die Talsohle erreicht

Analysten schätzen, dass die Inflation die Talsohle erreicht hat und höher steigen kann als der Markt erwartet.

Die Inflationsrate war lange Zeit sowohl für die europäische als auch die amerikanische Wirtschaft ein Dreh- und Angelpunkt. Vieles deutet darauf hin, dass die Inflation nun die Talsohle erreicht hat - sowohl in den USA als auch in Europa. Dieser Meinung ist Carsten Skau, Anleiheanalyst bei Danske Bank.

Aktuell hat die Eurozone eine negative Inflationsrate von -0,2% und ist damit in eine Deflation gerutscht. Dagegen ist die Inflationsrate in den USA jetzt auf 1% gestiegen.

„Wir stehen unseres Erachtens an einem Wendepunkt, an dem die Inflation in den USA noch weiter steigen wird, und schätzen, dass sie in Europa die Talsohle erreicht hat", meint Carsten Skau.

„Der Markt unterschätzt die Inflation"
Die Erwartungen des Marktes im Hinblick auf die künftige Inflationsrate sind nach wie vor niedrig und liegen auf Fünf-Jahres-Sicht bei 1,46% für die USA und 0,79% für die Eurozone. Das ist laut Carsten Skau aber eine Unterschätzung.

„Seit Beginn der Krise gab es im Großen und Ganzen keine Lohninflation, aber jetzt beginnt die Lohninflation zu steigen. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Lohninflation lange Zeit niedrig sein kann und dann plötzlich ansteigt, wenn die Arbeitslosigkeit das Niveau einer strukturellen Arbeitslosigkeit erreicht hat. Angesichts der steigenden Lohninflation in den USA und den Erwartungen eines noch angespannteren US-Arbeitsmarkts in den kommenden Jahren, sollte die Lohninflation erwartungsgemäß noch weiter steigen. Das wird die Verbraucherpreisinflation unter Aufwärtsdruck setzen", erklärt Carsten Skau.

Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank (Fed) peilen eine Inflation von 2% an. Eines der primären Werkzeuge, um die Inflation so nah wie möglich bei 2% zu halten, ist die Anhebung oder Senkung der Zinsen. Die EZB versucht also mit Negativzinsen die Inflation in Gang zu bringen, was die US-Notenbank in den letzten Jahren ebenfalls über einen Zins nahe Null getan hat.

Yellens Sinneswandel
Die Fed erhöhte den Leitzins im Dezember zum ersten Mal seit neun Jahren.

„Im Dezember gab Zentralbankchefin Janet Yellen nahezu das Versprechen ab, dass es 2016 vier Zinsanhebungen geben wird. Nun signalisiert sie jedoch, dass es dieses Jahr höchstens ein bis zwei Anhebungen geben wird", erläutert Carsten Skau und fügt hinzu: „Dieser Sinneswandel zeigt, dass Yellen lieber die Inflation zu weit nach oben steigen lassen will als zu riskieren, dass das Wachstum durch zu viele schnelle Zinserhöhungen gebremst wird. Wir gehen also davon aus, dass die US-Inflation auf jeden Fall noch deutlich höher steigen kann als der Markt erwartet."
Auch in der Eurozone sind die Inflationserwartungen des Marktes von lediglich 0,79% auf Fünf-Jahres-Sicht laut Carsten Skau eine Unterschätzung.

„Der niedrige Ölpreis und die niedrigen Rohstoffpreise im Allgemeinen tragen erheblich dazu bei, dass die Eurozone in eine Deflation gerutscht ist. Die Öl- und Rohstoffpreise sind in jüngster Zeit gestiegen und wir gehen davon aus, dass es einen Nährboden für einen weiteren Anstieg gibt. Das wird die Inflation nach oben treiben. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass die EZB einiges dafür tun wird, um die Inflation anzuheizen", sagt Carsten Skau.

Er weist darauf hin, dass eine steigende Inflation im Allgemeinen negative Auswirkungen auf Anlageklassen wie Aktien und Anleihen hat. Anleger suchen deshalb allmählich nach Alternativen, die nicht so anfällig für einen kräftigen Inflationsanstieg sind. Eine dieser Alternativen sind Indexanleihen.

Kursanstieg mit der Inflation
Indexanleihen sind in der Regel Staatsanleihen von sogenannten sicheren Staaten, aber im Gegensatz zu herkömmlichen Staatsanleihen steigt der Kurs einer Indexanleihe mit der Inflation.

Im Gegensatz dazu verlieren herkömmliche Staatsanleihen bei einem Inflationsanstieg an Wert. Indexanleihen funktionieren somit als Absicherung gegen eine steigende Inflation. Aufgrund der niedrigen Inflationserwartungen sind Indexanleihen im Augenblick günstig. Das gilt sowohl für europäische als auch für amerikanische Indexanleihen.

„Das aktuelle Umfeld mit niedrigen Zinsen für Staatsanleihen und Aussichten auf eine steigende Inflation - sowohl in Europa als auch in den USA - kann Indexanleihen unserer Meinung nach als Inflationsschutz in einem Portfolio interessant machen", meint Carsten Skau.

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