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Asien ist die Blüte in den Schwellenländern

Die chinesische Wachstumslokomotive beflügelt den Konsum in Asien. Für eine Anlage in Aktien aus den Schwellenländern ist die Region daher momentan besonders interessant. Marc Homsy, Leiter Anlagenvertrieb Deutschland bei Danske Invest, hat eine klare Botschaft für Investoren.

Insgesamt haben wir derzeit eine neutrale Einschätzung zu Aktien aus den Schwellenländern. Das Kurspotenzial in den einzelnen Märkten bewerten wir jedoch als sehr unterschiedlich. Speziell Asien erscheint momentan weitaus interessanter als zum Beispiel Russland oder die lateinamerikanischen Länder mit Brasilien an der Spitze.

Denn viele asiatische Staaten verzeichnen eine florierende wirtschaftliche Entwicklung mit soliden Wachstumsraten. Und es gibt so viele Verbraucher in Asien, dass man sich diese Anzahl aus europäischer Sicht kaum vorstellen kann. Alleine in den fünf Ländern China, Indien, Indonesien, Philippinen und Vietnam leben insgesamt etwa 3,2 Milliarden Menschen – und jedes Jahr arbeiten sich Millionen von Bürgern aus der Armut in die Mittelklasse hoch, deren Kaufkraft nicht zu unterschätzen ist. 

China ist das uneingeschränkte wirtschaftliche Schwergewicht in Asien. Obwohl in China und Indien etwa gleich viele Menschen leben, ist die chinesische Wirtschaft gemessen am Bruttoinlandsprodukt fünf Mal so groß wie die Wirtschaft Indiens.

Die gewaltige Lokomotive legt einen Gang zu
Damit ist das Reich der Mitte eine kraftvolle Lokomotive für die gesamte Region. Die chinesische Wirtschaft ist bereits die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt – und gleichzeitig eine der am schnellsten wachsenden.

Das Wirtschaftsmodell, das das Wachstum in China in den letzten Jahren vorangetrieben hat, durchläuft allerdings gerade einen großen Wandel, aber einen Wandel zum Besseren. Die Wirtschaft verlagert sich von den Sektoren Industrie und Baugewerbe hin zu Dienstleistungen, Technologie und Konsum – von einem durch Export und Investitionen getriebenen Wachstum hin zu einem Modell, das von der Inlandsnachfrage bestimmt wird. Dieser Wandel vollzieht sich schnell und wird durch staatliche Initiativen und neue Investitionen in Technologie und Innovationen unterstützt. Während die alte Wirtschaft hoch verschuldet ist, ist die neue Wirtschaft produktiver und profitabler. Man könnte auch sagen, dass sich der Fokus von Quantität auf Qualität verlagert.

Der Übergang von der alten zur neuen Wirtschaft könnte allerdings das Wachstum kurzfristig belasten. Doch auf längere Sicht wird dieser Umbau das Land zu einer stabileren und unbändigen Dynamik verhelfen, die nicht mehr so stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängt.

Konsum-Boom bringt neue Gewinner hervor
Die Geschichte Asiens ist zuletzt hauptsächlich die Geschichte über einen regelrechten Konsum-Boom, der sich künftig noch weiter beschleunigen dürfte. Denn im Takt mit der steigenden Kaufkraft der Bevölkerung verlagert sich die Nachfrage weg von Grundbedarfsgütern hin zu Luxusgütern. Demzufolge sind die Verbraucher eher bereit, für höherwertige Produkte zu bezahlen und beispielsweise mehr Geld für ihr Aussehen und ihr Wohlbefinden auszugeben.

In China beobachten wir eines der größten Wachstumspotenziale im Bereich Vergnügung und Freizeit, da die Menschen derzeit noch viel weniger Geld für Unterhaltung, Kultur, Computerspiele und Reisen ausgeben als Verbraucher in vielen anderen Ländern – doch der Abstand dürfte sich schnell verringern. Arzneimittel und Krankenversicherungen sind ein anderer Bereich mit großem Potenzial, da es in China immer mehr ältere Menschen gibt. Zyklischer Konsum und Gesundheit sind schnell wachsende Branchen im neuen China, während die Sektoren Versorger, Rohstoffe, Industrie und Energie das alte China dominierten.

Ein asiatisches IT-Märchen
Hinzu kommt: Asien ist gleichzeitig die Geschichte eines IT-Sektors, der extrem schnell wächst. Das wird sicherlich einige Investoren überraschen, die Anlagen in Technologieunternehmen in der Regel mit den USA in Verbindung bringen.

Doch Daten von MSCI belegen: Mit den chinesischen Internetriesen Alibaba und Tencent an der Spitze macht der IT-Sektor aktuell fast 32 Prozent des asiatischen Aktienmarktes aus, während sein Anteil am globalen Aktienmarkt im Vergleich dazu lediglich 19 Prozent beträgt.

Auch hier treiben die vielen Millionen Verbraucher die Entwicklung voran. Mit über 730 Millionen chinesischen Internetnutzern – mehr als in Europa und den USA zusammen – ist das Potenzial riesig. Davon nutzen 95 Prozent Mobilgeräte.

Die wachsende und zunehmend in Städten wohnhafte asiatische Mittelklasse steht bereits in den Startlöchern, um über digitale Kanäle einzukaufen, zu konsumieren und das Leben zu genießen. Der Appetit auf neue innovative Technologielösungen scheint nahezu unersättlich.

Risiken im Auge behalten
Anlegern sollte jedoch bewusst sein, dass Aktien aus den Schwellenländern aus historischer Sicht höhere Risiken bergen als Titel aus den Industriestaaten. In turbulenten Zeiten weisen sie oft höhere Kursschwankungen auf. Außerdem kann eine Anlage in die Schwellenländer mit politischen Risiken einhergehen.
 
 
ieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte kontaktieren Sie stets einen Finanzberater, wenn Sie eine Investition in Erwägung ziehen, und klären Sie ab, ob eine bestimmte Anlage zu Ihrem Anlageprofil passt.
 

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