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Dänische Pfandbriefe – auch in turbulenten Zeiten eine attraktive Investition

Interview mit Ulrik Carstens, Chief Portfolio Manager Danske Invest Danish Mortgage Bond

Herr Carstens, aus aktuellem Anlass: Welchen Einfluss haben die jüngsten Entwicklungen in der Schweiz, Dänemark und der Euro-Zone auf die dänische Währung?

Nachdem die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar die Bindung des Franken an den Euro aufgab, floss viel Kapital nach Dänemark und die dänische Krone geriet unter Druck. Auch das milliardenschwere Anleiheaufkauf-Programm der EZB sorgte für einen Wertverlust des Euro und somit für einen Aufwertungsdruck auf die dänische Krone. Trotzdem rechnen wir nicht mit einer Abkopplung der dänischen Krone vom Euro, da sie durch politische Entscheidung an den Euro gebunden ist und der Erhalt dieser Anbindung die einzige Aufgabe der dänischen Zentralbank ist. Um eine weitere Aufwertung der Krone zu verhindern, hat die dänische Nationalbank bereits zum vierten Mal in weniger als drei Wochen den Einlagenzinssatz von minus 0,5 Prozent auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Zuvor hatte sie bereits den Leitzins von 0,2 Prozent auf 0,05 Prozent gesenkt und dänische Kronen am Markt verkauft, um die Währung zu schwächen. Als weitere Maßnahme zur Bekämpfung der Währungsaufwertung stoppte Dänemark zudem die Emission von Staatsanleihen.

Welche Möglichkeiten bieten dänische Pfandbriefe deutschen Anlegern – auch speziell vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen?

Generell ist der dänische Pfandbriefmarkt liquide und streng reguliert. Seit seiner Entstehung vor über 200 Jahren kam es noch nie zu einem Ausfall. Mit einem Emissionsvolumen von über 365 Milliarden Euro ist er nach dem deutschen Markt der zweitgrößte Pfandbriefmarkt Europas. Grundsätzlich bieten dänische Pfandbriefe Anlegern viel Stabilität und im Vergleich mit z.B. deutschen Pfandbriefen hohe Erträge. Dies ist ergibt sich aus dem Renditeaufschlag dänischer Pfandbriefe, der auf eine Besonderheit des dänischen Pfandbriefsystems zurückzuführen ist. Dänische Hypothekennehmer können ihre Kredite vorzeitig und ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Für dieses Kündigungsrecht zahlt der Schuldner dem Pfandbriefbesitzer eine regelmäßige Prämie, den Renditeaufschlag. Der dänische Pfandbriefmarkt ist durch die aktuellen Entwicklungen – insbesondere die Zinssenkungen – ein wenig unter Stress, da viele Schuldner von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen, um einen neuen Kredit mit geringeren Zinsen aufnehmen zu können. Dies bedeutet, dass Anleger nun in Anleihen mit niedrigeren Zinsen investieren müssen. Im Gegensatz zu dem Markt für dänische Staatsanleihen – der durch den Emissionsstopp quasi temporär abgeschafft wurde – ist aber der Markt für dänische Pfandbriefe noch vorhanden. Auf der anderen Seite bedeuten zwei Prozent Festzins auf 30-jährige Hypothekenanleihen aber auch, dass derzeit viele Kredite aufgenommen werden. Dies wirkt sich positiv für Pfandbriefe aus, da es das Ausfallrisiko reduziert. Insgesamt sind dänische Pfandbriefe also weiterhin eine attraktive Anlage für deutsche Investoren, da sie Anlegern auch in der aktuellen Marktsituation noch hohe Sicherheit bieten und selbst bei Verwendung einer Währungsabsicherung rund 50 Basispunkte mehr Rendite abwerfen als deutsche Pfandbriefe.

Pfandbriefe hängen an Immobilien, was sie generell anfälliger für Immobilienblasen macht. Wie schätzen Sie dänische Pfandbriefe diesbezüglich ein?

Unserer Meinung nach haben dänische Pfandbriefe im Vergleich mit deutschen- oder US-Pfandbriefen einige Vorteile. Wesentlich ist hierbei, dass dänische Pfandbriefe von Hypothekeninstituten emittiert werden. Diese haften gegenüber Dritten für die Papiere und machen die Schuld gleichzeitig handelbar – dabei ist die Sichtbarkeit jedes einzelnen Kredits gesichert. Die Marktrisiken auf Kreditseite werden an den Investor weitergegeben und das Ausfallrisiko trägt das Hypothekeninstitut. Sollte die Ausfallquote steigen, können die Hypothekeninstitute die Gebühren für alle Pfandbriefschuldner erhöhen, um die Solvenz zu erhalten. Dieser Solidarmechanismus, der Ausfälle verteilt und abfängt, ist z.B. im deutschen Pfandbriefsystem so nicht vorhanden. Die vorzeitigen Kündigungsmöglichkeiten dänischer Immobilienkredite bieten den Schuldnern dabei – trotz Solidarmechanismus – gute Handlungsmöglichkeiten: Sinken die Pfandbriefkurse unter den Ausgabekurs, so können sie ihren Pfandbrief an der Börse zurückkaufen. Steigen dagegen die Kurse der Pfandbriefe über den Ausgabekurs, können die Schuldner den alten Kredit mit einem neuen ablösen. Diese vorzeitige Kündigungsmöglichkeit kostet sie eine Prämie, die dann einen Teil des Mehrertrages dänischer Pfandbriefe ausmacht.

Mit dem Danske Invest Danish Mortgage Bond verwalten Sie einen Fonds, der auf solche dänischen Pfandbriefe setzt. Wie genau sieht die Anlagestrategie des Fonds aus?

Der Fonds investiert vorwiegend in Anleihen und zwar hauptsächlich von dänischen Realkreditinstituten begebene, auf dänische Kronen lautende Hypothekenanleihen. Die modifizierte Duration der Anleihen soll zwei bis fünf Jahre betragen. Sie zeigt u.a. das Kursrisiko der Anleihen des Fonds. Je niedriger die Duration ist, desto kursstabiler sind die Anleihen, wenn sich der Marktzins ändert. Ziel ist es, eine Rendite zu erzielen, die mindestens der Rendite mittelfristiger dänischer Anleihen entspricht.

Wie hat sich der Fonds im Jahr 2014 entwickelt?

Im Jahr 2014 konnte der Danske Invest Danish Mortgage Bond 5,34 Prozent
Rendite erwirtschaften, was im Vergleich mit der Marktentwicklung mittelfristiger Pfandbriefe (4,39 Prozent) sehr zufriedenstellend war. Der stetige Rückgang der Zinsen im Jahr 2014 bedeutete sinkende Renditen für Staatsanleihen allgemein und lediglich für langfristige Anleihen hohe Renditen. Entsprechend hatte der Anteil des Fonds an 30-jährigen dänischen Staatsanleihen einen positiven Einfluss auf die Gesamtrendite des Fonds, da er eine Rendite von rund 13 Prozent einbringen konnte. Auf der anderen Seite erwirtschaftete eine kleinere Position kurzfristiger Pfandbriefe in 2014 eine leicht negative Rendite. Insgesamt gewichtete der Fonds 2014 Pfandbriefe über und war entsprechend bei Staatsanleihen untergewichtet, was einen positiven Beitrag zur Gesamtperformance lieferte. Die Gesamtrendite wurde auch durch die allgemein positive Entwicklung auf dem Pfandbriefmarkt gefördert.

Welchen Risiken ist das Portfolio des Danish Mortgage Bond ausgesetzt?

Das Risiko des Danish Mortgage Bond ist stark von der Geldpolitik bzw. den Zinsen sowie der dänischen Wirtschaft abhängig. So könnten z.B. das Ende einer lockeren Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve sowie die Erholung der Wirtschaftsaussichten eine Normalisierung der Geldpolitik zur Folge haben. Dies würde die Rendite des Danish Mortgage Bond aufgrund seiner Positionen negativ beeinflussen. Dagegen könnte ein schwächeres Wachstum die Rendite des Fonds positiv beeinflussen. Ende 2014 bestand das Portfolio des Fonds erneut überwiegend aus dänischen Pfandbriefen. Entsprechend ist die wirtschaftliche Entwicklung in Dänemark und insbesondere die Entwicklung im dänischen Hypothekenkreditsektor zentral für die Rendite des Fonds.

Was ist Ihr Ausblick für das Jahr 2015?

Für 2015 erwarten wir niedrige, aber positive Renditen bei Anleihen. Wir gehen davon aus, dass die jüngsten Zinssenkungen der dänischen Nationalbank einen positiven Beitrag zur dänischen Wirtschaft leisten werden und auch die Preise auf dem Immobilienmarkt noch weiter ansteigen lassen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse rechnen wir mit weiterhin niedrigen Zinsen in Dänemark. Ein Zinsanstieg, der die Rendite des Danish Mortgage Bond schmälern würde, dürfte erst einmal vom Tisch sein. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus gehen wir daher davon aus, dass der Fonds stabile, wenn auch nicht übermäßig hohe, solide Rendite abwerfen wird.

Ulrik Carstens, Chief Portfolio Manager bei Danske Invest verfügt über 15 Jahre Erfahrung im Portfoliomanagement, davon 6 Jahre als Portfoliomanager des Danske Invest Danish Mortgage Bond 

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