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Eine interessante Anlageklasse im Niedrigzinsumfeld

Schwellenländeranleihen erzielen eine höhere erwartete Rendite als Anleihen aus den Industriestaaten, aber das Risiko ist ebenfalls höher.

Schwellenländeranleihen bieten im Vergleich zu sichereren Staatsanleihen aus den Industriestaaten wie Deutschland, den USA oder Dänemark eine erwartete Mehrrendite. Die Anleihen sind aber auch mit einer Reihe besonderer Risiken verbunden, über die man sich im Klaren sein muss.

Bent Lystbæk ist Portfolioberater des Danske Invest Emerging Markets Debt Hard Currency Class A Fund, der in Schwellenländeranleihen in Hartwährung investiert. Bent Lystbæk verfügt über 30 Jahre Erfahrung am Anleihemarkt und gibt nachfolgend eine Einführung in die Anlageklasse und die Chancen und Risiken, die mit einer Anlage verbunden sind:

Was sind Schwellenländeranleihen?
Schwellenländeranleihen ist ein Sammelbegriff für Anleihen, die in den Schwellenländern (den sogenannten Emerging Markets) emittiert werden, unter anderem in Asien und Lateinamerika. Als Anleger in diesen Anleihen trägt man zur Finanzierung der Schulden von Staaten und Unternehmen bei und enthält im Gegenzug eine laufende Zinszahlung. Die Anleihen können sowohl auf Hartwährung wie z.B. Dollar oder Euro als auch auf Lokalwährung lauten.

Warum sind Schwellenländeranleihen interessant?
Die in den letzten Jahren niedrigen oder negativen Zinsen von Staatsanleihen aus den Industrieländern haben den Appetit der Anleger auf andere Anlageklassen, die eine höhere Rendite erzielen können, verstärkt. Auch wenn die Schwellenländer insgesamt eine deutlich niedrigere Schuldenquote und bessere Wachstumsaussichten als die OECD-Länder haben, generierten Schwellenländeranleihen in Hartwährung in den letzten Jahren im Vergleich zu amerikanischen Staatsanleihen in der Regel eine durchschnittliche Mehrrendite von über drei Prozentpunkten. Darüber hinaus können diese Anleihen die Risikodiversifikation in einem Anlageportfolio erhöhen und zu einer höheren erwarteten, risikobereinigten Rendite beitragen.

Mit welchen Risiken sind diese Anleihen verbunden?
Der Preis für die höhere erwartete Rendite von Schwellenländeranleihen ist ein höheres Risiko, das von Land zu Land und von Anleihe zu Anleihe unterschiedlich sein kann. In manchen Schwellenländern herrscht eine große politische Unvorhersehbarkeit, während andere z.B. sehr anfällig für die Entwicklung der Rohstoffpreise sein können. Das höhere Risiko manifestiert sich darin, dass die Rendite von Schwellenländeranleihen im Vergleich zu amerikanischen Staatsanleihen stärker schwanken kann.

Was ist der Unterschied zwischen Anleihen in Lokalwährung und Hartwährung?
Aus Anlegersicht macht es einen großen Unterschied, ob Schwellenländeranleihen in Hart- oder Lokalwährung emittiert wurden.

Bei Anleihen in Hartwährung ist das Währungsrisiko überschaubar und begrenzt, da man seine Zahlungen in Hartwährung wie Euro oder Dollar erhält, die zudem im Vergleich zu anderen Währungen wie z.B. schwedische, norwegische oder dänische Kronen relativ leicht und günstig währungsgesichert werden können. Dagegen gehen Anleger ein Kreditrisiko ein. Dieses Risiko beinhaltet, dass die Anleiheemittenten nicht in der Lage sind, ihren Zahlungsverpflichtungen in Form von laufenden Zinsen sowie der Rückzahlung der Anleihen nach Ablauf nachzukommen. Deshalb ist es für Anleger ganz entscheidend, das Risiko über verschiedene Länder zu verteilen.

Bei Anleihen in Lokalwährung macht es kaum Sinn, von einem Kreditrisiko zu sprechen, da ein Land, das seine eigene Währung hat, im Prinzip immer seine auf Landeswährung lautenden Schulden zurückzahlen kann, indem es einfach die Notenpresse anwirft und mehr Geld druckt. Dafür gehen Anleger ein erhebliches Währungsrisiko ein, da fallende lokale Wechselkurse die Rendite für europäische Anleger aushöhlen und im schlimmsten Fall zu hohen Verlusten führen können. Deshalb ist auch hier die Risikodiversifikation ausschlaggebend.

Professionelle Anleger haben häufig eine Kombination aus beiden Anleihearten in ihren Portfolios. Schwellenländeranleihen sollten jedoch stets nur einen kleinen Teil eines gut diversifizierten Portfolios ausmachen.

Warum haben die Kurse von Schwellenländeranleihen negativ auf den Wahlsieg von Donald Trump reagiert?
Die US-Zinsen und der Dollarkurs sind in der Erwartung gestiegen, dass Donald Trump einen Wachstums- und Inflationsanstieg herbeiführen wird. Das kommt den Schwellenländern in keinster Weise zugute. In vielen Schwellenländern ist ein großer Teil der Staatsschulden an den Dollar gekoppelt. Bei einem Anstieg der US-Zinsen werden die Aufnahme von neuen Dollarschulden und die Refinanzierung der alten Schulden teurer, während ein stärkerer Dollar die in Lokalwährung umgerechnete Schuldenlast erhöht.

Gleichzeitig hatten die Anleger Trumps Vorschlag in Bezug auf den internationalen Handel im Blick, wo er sich im Wahlkampf für eine Neuverhandlung der Handelsabkommen sowie die Einführung von Handelsbarrieren aussprach, die die amerikanischen Unternehmen am Heimatmarkt beschützen sollen, indem auf Kosten der Schwellenländer wie z.B. Mexiko oder China Arbeitsplätze in den USA bewahrt werden.
 

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