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Suche nach Rendite: Schwellenländeranleihen verzeichnen starke Wertentwicklung

Bent Lystbæk, Portfoliomanager des Fonds Danske Invest Emerging Markets Debt Hard Currency erläutert, warum Schwellenländeranleihen eine interessante Option sind.

Flickr, Hernan Plnera

Die in den letzten Jahren fallenden Zinsen bei den meisten sicheren Staatsanleihen aus Industrieländern wie Deutschland oder den USA hat den Appetit der Anleger auf andere Anlageklassen mit höherer Rendite verstärkt. Bent Lystbæk, Portfoliomanager des Fonds Danske Invest Emerging Markets Debt Hard Currency erläutert, warum Schwellenländeranleihen eine interessante Option sind.

Vor allem im krisengebeutelten Venezuela liegen in diesem Anlagesegment Chancen. Der südamerikanische Staat steckt derzeit in einer großen Wirtschaftskrise. Doch die Regierung weiß genau, dass sie das Land in absolut unüberschaubare Probleme stürzen würde, wenn sie bei den Staatsanleihen oder den von der staatlichen Öl-Gesellschaft emittierten Anleihen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt.

Ein Zahlungsausfall könnte beispielsweise dazu führen, dass die für den Export bestimmten Ölmengen beschlagnahmt und die Ölzahlungen bei internationalen Banken eingefroren werden. Da das Land stark von seinen Öleinnahmen abhängig ist, wäre ein solches Szenario keine Lösung. Solange die Währungsreserven ausreichen, dürfte die Regierung daher alles dafür tun, einen Staatsbankrott abzuwenden. Wir fühlen uns deshalb mit einer Übergewichtung in venezolanischen Anleihen mit sehr kurzer Laufzeit durchaus wohl.

Keine Angst vor Zinserhöhung in den USA
Eines der aktuell heißesten Themen in der Finanzwelt ist der Zeitpunkt der nächsten Zinsanhebung durch die amerikanische Zentralbank. Bereits in den letzten Jahren haben die Signale der Federal Reserve (Fed) hinsichtlich einer Zinserhöhung für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Das hat insbesondere die Schwellenländer mit hohen Auslandsschulden und einem großen Zahlungsbilanzdefizit getroffen.

Es gibt jedoch mehrere Gründe, die vermuten lassen, dass eine weitere Normalisierung der Geldpolitik in den USA dieses Mal nur relativ geringe Auswirkungen auf die Schwellenländer haben wird. Erstens weist die Zahlungsbilanz der Schwellenländer insgesamt nach einem großen Defizit im Jahr 2013 jetzt einen Überschuss auf. Das hat zur Folge, dass die Schwellenländer im Allgemeinen eine globale finanzielle Straffung besser verkraften können.

Zweitens gibt es beginnende Anzeichen dafür, dass der fünfjährige Wachstumsrückgang in den Schwellenländern allmählich seinen Wendepunkt erreicht hat. Das erzeugt einen gewissen Optimismus, der den negativen Stimmungseffekt einer US-amerikanischen Zinserhöhung begrenzen kann.

Wir gehen davon aus, dass die Fed sehr behutsam vorgehen wird, so dass die geldpolitische Normalisierung nur langsam mit kleinen Zinsschritten erfolgt. Das wird den Anstieg der US-Zinsen am langen Ende begrenzen. Gleichzeitig wird es aber auch den Schwellenländern die erforderliche Zeit geben, um weitere wirtschaftspolitische Anpassungen vorzunehmen, um den Herausforderungen einer geldpolitischen Normalisierung in den USA zu begegnen.

Das Risiko von Schwellenländeranleihen
Der Preis für die erwartete Mehr-Rendite von Schwellenländeranleihen ist eine Reihe von Risiken, die von Land zu Land – und auch von Anleihe zu Anleihe – unterschiedlich sein können. Die größte Gefahr ist aus unserer Sicht das Kreditrisiko. Das bedeutet, dass die Anleiheemittenten eventuell nicht mehr in der Lage sind, ihren Zahlungsverpflichtungen in Form von laufenden Zinsen sowie der Rückzahlung nach Ablauf nachzukommen.

Manche Länder sind zum Beispiel sehr anfällig für die Entwicklung der globalen Rohstoffpreise, während in anderen Staaten große politische Unvorhersehbarkeit herrscht. Gleichzeitig sind Schwellenländeranleihen in turbulenten Marktphasen in der Regel anfälliger und erleiden größere Verluste als Papiere aus den Industriestaaten.

Größte Übergewichtung in Argentinien
Im aktuellen Jahr ist der Emerging Markets Debt Hard Currency Class A am stärksten in argentinischen Staatsanleihen übergewichtet, die aktuell gut sieben Prozent des Portfolios ausmachen, aber nur halb so viel innerhalb der Benchmark. Die neue argentinische Regierung mit Präsident Macri an der Spitze hat uns Zuversicht gegeben, dass eine positive Wende im Land im Gang ist. Vieles deutet darauf hin, dass das langjährige wirtschaftliche Missmanagement des Landes umschlägt und ein nachhaltiges Wachstum und ein gutes Investitionsklima geschaffen werden können.

Darüber hinaus ist der Fonds unter anderem in Brasilien und Mazedonien übergewichtet und hat eine leichte Übergewichtung in kurzlaufenden Anleihen aus Venezuela.

Investition in Hartwährungen wie Euro und Dollar
Zwischen Jahresbeginn und Anfang September hat der Fonds eine Rendite von 15,16 Prozent erzielt. Damit liegen wir fast einen Prozentpunkt über unserer Benchmark – und das nach Gebühren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist jedoch keine Garantie für künftige Erträge, und ein Fonds kann auch Verluste erleiden.

Der Emerging Markets Debt Hard Currency Class A ist seit dem 24. Juni 2015 auch für deutsche Anleger zugänglich. Seit Juni letzten Jahres hat die Strategie eine Gesamtrendite von 13,1 Prozent nach Gebühren erwirtschaftet, während die Benchmark, bei der keine Kosten abgezogen werden, 12,9 Prozent erzielt hat.

Der Fonds investiert ausschließlich in Schwellenländeranleihen in Hartwährungen wie Euro oder Dollar. Den Großteil des Vermögens ist in Staatsanleihen aus den Schwellenländern – zum Beispiel aus Argentinien, Mexiko, der Türkei und Indonesien – angelegt, aber er enthält auch Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets.

(Die erwähnte Benchmark ist der JP Morgan Emerging Markets Bond Index Global Diversified.
Gehedgt in Euro).

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