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Weshalb unser Experte Chancen bei europäischen Hochzinsanleihen sieht

Die europäische Geldpolitik und der fundamentale Gesundheitszustand der Unternehmen machen europäische Hochzinsanleihen zu einer interessanten Anlageklasse, meint der Chefanalyst von Danske Invest.

Nachdem europäische Hochzinsanleihen zu Jahresbeginn stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren, gibt es nun mehrere Gründe, warum diese Anlageklasse wieder interessant ist.

Erstens sind europäische Unternehmen aktuell auf breiter Front in einem besseren fundamentalen Zustand als ihre amerikanischen Pendants.

„Europäische Unternehmen haben in den letzten Jahren ihren Risikoappetit gegen eine konservativere Haltung eingetauscht. Sie haben ihre Schuldenberge reduziert und Investitionen zurückgehalten. Dadurch können die Unternehmen im Gegensatz zu amerikanischen Unternehmen beispielsweise ihre laufenden Zinsaufwendungen für bestehende Schulden besser abdecken", erklärt Bo Bejstrup Christensen, Chefanalyst bei Danske Invest, die den Danske Invest Euro High Yield Bond Class A verwalten.

Lohndruck blieb aus
Zweitens agierten die europäischen Unternehmen einige Jahre lang so vorsichtig, dass nur wenige Jobs geschaffen wurden und die Arbeitslosigkeit somit hoch war, die jetzt jedoch wieder zurückgeht.

„Die hohe Arbeitslosigkeit führt dazu, dass die Gewinnmargen europäischer Unternehmen nicht von den Lohnkosten unter Druck gesetzt werden", meint Bo Bejstrup Christensen.

„Im Gegensatz dazu befinden sich die USA aktuell an einem Punkt im Konjunkturzyklus, an dem Lohndruck entsteht, auch wenn von Überhitzung noch keine Rede sein kann. Das gilt noch nicht für Europa, wo die Unternehmen höchstwahrscheinlich die Möglichkeit haben, ihre Margen noch für einige Zeit zu erhöhen", führt Bo Bejstrup Christensen aus.

Gute Finanzierungsbedingungen
Drittens ist er der Meinung, dass die übergeordneten Finanzierungsbedingungen für europäische Unternehmen aus mehreren Gründen günstiger sind als für US-Unternehmen.

„Die US-Notenbank strafft allmählich ihre Geldpolitik, während in der Eurozone das Gegenteil der Fall ist", erläutert Bo Bejstrup Christensen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gerade wieder ihre Geldpolitik gelockert, und Zentralbankchef Mario Draghi verkündete in diesem Zusammenhang klar und deutlich, dass es gegebenenfalls zu weiteren Lockerungsmaßnahmen kommen kann.

„Die zugrunde liegende lockere Geldpolitik sollte unseres Erachtens die Nachfrage nach europäischen Hochzinsanleihen erhöhen", erklärt Bo Bejstrup Christensen.

Auch was die Banken und ihre Bereitschaft zur Kreditvergabe an Unternehmen betrifft, hatten US-Firmen nun viele Jahre leichten Zugang zu Unternehmenskrediten, aber dieser Trend kehrt sich allmählich um und die Banken haben abermals damit begonnen, ihre Kreditstandards etwas zu straffen.

„Das Gegenteil ist in der Eurozone der Fall. Die europäischen Banken haben erst vor einem Jahr damit begonnen, ihre Kreditbedingungen für Unternehmen zu lockern. Das tun sie immer noch, und mit Schützenhilfe der EZB erwarten wir, dass dieser Trend anhält", meint Bo Bejstrup Christensen und fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass in Europa vermehrt Anleihen emittiert werden und wir einen günstigen Ausgangspunkt haben, dass es für Unternehmen normaler wird, sich an den europäischen Kapitalmärkten zu finanzieren."

Politik und Wachstum stellen Risiken dar
Hochzinsanleihen sind Anleihen, die von Unternehmen mit einem hohen Kreditrisiko emittiert werden. Bei Unternehmen mit Hochzinsstatus besteht ein höheres Risiko, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können als bei Unternehmen mit Investment Grade.

Da man als Anleger bei Hochzinsanleihen ein höheres Risiko eingeht als bei Anleihen mit Investment Grade, ist somit auch die Rendite höher. Unternehmen emittieren im Allgemeinen Anleihen z.B. als Alternative zur Aufnahme eines Bankdarlehens, um ihren Kapitalbedarf, z.B. für eine Neuinvestition, zu finanzieren.

Mit einer Anlage in europäische Hochzinsanleihen sind mehrere Risiken verbunden. Das erste Risiko ist politischer Natur, so Bo Bejstrup Christensen.

„Auch wenn sich die europäische Wirtschaft richtig gut entwickelt hat, gibt es in der Eurozone nach wie vor zahlreiche politische Risiken. Wir haben das Referendum in Großbritannien über die Mitgliedschaft in der EU im Juni (Brexit-Referendum) und wir haben eine dysfunktionale spanische Regierung - und somit eine Wahrscheinlichkeit für Neuwahlen", sagt Bo Bejstrup Christensen.

Darüber hinaus geht Bo Bejstrup Christensen davon aus, dass die Flüchtlingskrise einen weiteren Risikofaktor darstellt, da sie nach wie vor jederzeit wieder aufflammen kann.

„Ein weiteres Risiko besteht, wenn das globale Wachstum die Erwartungen enttäuscht, insbesondere in China und den Schwellenländern, aber auch in den USA. Das würde das Wachstum in der Eurozone belasten und damit der Fähigkeit und der Bereitschaft der Unternehmen schaden, Kredite aufzunehmen, zu expandieren und Wachstum zu generieren", erklärt Bo Bejstrup Christensen.

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